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Deute die Unterschiede in den Siedetemperaturen anhand der Strukturformeln:Ethanol siedet bei 78 Grad Celsius ,Chlorethan bei 12 Grad Celsius und Propan bei -42 Grad Celsius.

BrÀuchte Hilfe bei dieser Aufgabe.

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Salut,


Propan ist ein kurzkettiges, unpolares MolekĂŒl. Die Unterschiede in der ElektronegativitĂ€t von Kohlenstoff und Wasserstoff sind zu unwesentlich, um eine Ladungsverschiebung zu erzielen. (EN (C) = 2,5, EN (H) = 2,2.) Die einzelnen MolekĂŒle werden lediglich durch sehr schwache van-der-Waals-KrĂ€fte zusammengehalten. Dies allein erklĂ€rt bereits die niedrigste Siedetemperatur, weit unter Zimmertemperatur.

Strukturformeln der drei MolekĂŒle findest du ĂŒbrigens en masse im Netz. Zeichne sie dir ruckzuck ab und vergleiche mit dem, was ich hier geschrieben habe.

Chlorethan und Ethanol besitzen beide funktionelle Gruppen im MolekĂŒl, die wesentlichen Einfluss auf die Siedemperaturen haben. Im Chlorethan ist ein zusĂ€tzliches Cl-Atom an ein C-Atom gebunden. Hierzu im Vergleich deren ElektronegativitĂ€ten:                                                                                                                                                       

(EN (C) = 2,5, EN (Cl) = 3,16. Dies entspricht einer Differenz von 0,66. Bereits ab einer EN-Differenz von 0,5 kommt es zur Bildung von Partialladungen. Je höher die EN, umso mehr reißt ein Atom die Elektronen des mit ihm verbundenen Atoms an sich. Bei Chlorethan stellt man also eine Ladungsverschiebung in Richtung des starken Chlors fest. Chlor gewinnt somit eine negative Partialladung, das anhĂ€ngende C-Atom eine positive.

Bei Ethanol geht es noch einen Schritt weiter:

Alkohole haben eine stark polare Hydroxy-Gruppe (OH-Gruppe), welche es möglich macht, dass die AlkoholmolekĂŒle untereinander sehr starke WasserstoffbrĂŒcken ausbilden können. Die ElektronegativitĂ€t EN von Sauerstoff betrĂ€gt 3,44. Das ergibt zum Kohlenstoff eine Differenz von bereits 0,94. Gleichzeitig zeigt sich aber nicht nur eine Ladungsverschiebung hinsichtlich des C-Atoms, sondern auch in Bezug auf das gebundene H-Atom. Es entsteht dadurch am Sauerstoff-Atom eine negative Partialladung, an dem mit ihm verbundenen Wasserstoff- bzw. Kohlenstoffatom eine positive Partialladung.

Je stĂ€rker also die PolaritĂ€t, umso mehr ziehen sich die positiven und negativen Enden der MolekĂŒle gegenseitig an und umso höher liegt der Siedepunkt.

In deiner Aufgabe zeigt sich sehr schön der Einfluss unterschiedlicher bzw. fehlender Substituenten auf die Siedetemperaturen.


Ich denke, das dĂŒrfte dir helfen.


Viele GrĂŒĂŸe .)

von 17 k

Danke fĂŒr Ihre Antwort :)

Bitteschön :))

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